Das Team der Schwäbischen Bäderstraße 2014

Entstehung und Entwicklung der Schwäbischen Bäderstraße

„Vorallgäuer Bäderkette“, „Bäderstraße Voralpenland“, „Bäderstraße Allgäu-Oberschwaben“ oder so ähnlich hätte unsere heutige Schwäbische Bäderstraße nach früheren Vorschlägen auch heißen können.

Sie ist älter als das mit 1982 offiziell angegebene Gründungsjahr. Anfang der 70er Jahre kam eine lockere Verbindung in Form einer Interessengemeinschaft zustande, die sich gegen erheblichen Fluglärm im Bereich der Heilbäder und Kurorte richtete. Man glaubte, gemeinsam mehr Gewicht bei den anonymen Militärbehörden zu haben. Erst Anfang 1976 haben der Regionalverband Donau-Iller und die Vertreter der Kneippkurorte Ottobeuren, Bad Grönenbach und Bad Wörishofen die Idee des Zusammenschlusses wieder aufgegriffen.

Im Juni 1976 fand bereits ein Treffen in Bad Grönenbach, damals noch Grönenbach, unter Beteiligung der meisten der heutigen Mitglieder statt.

Unter der Koordination des Regionalverbandes Donau-Iller bekräftigten 1978 die baden-württembergischen Orte, Bad Wurzach, Bad Waldsee, Aulendorf, Bad Schussenried und Bad Buchau ihre Mitwirkungsbereitschaft. Es wurde beschlossen, einen gemeinsamen Werbeprospekt herauszubringen, die Bäderstrasse mit Schildern auszuweisen und ein aussagekräftiges Logo in Auftrag zu geben.

Im gleichen Jahr fand dann auch eine erste Annäherung zwischen den beiden Wirtschaftsministerien von Baden-Württemberg und Bayern in Bad Waldsee statt. Diese beiden Behörden sollten zukünftig sehr wichtig sein, da nach einigem Hin und Her einige Jahre später Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Gestaltung des Bäderstraßenschildes doch noch friedlich beigelegt werden konnten. Bayern bestand auf einem weißem Schild mit schwarzer Schrift und Baden-Württemberg wünschte sich ein braunes Schild mit weißer Schrift. Wie wir heute wissen, hat sich in diesem weitreichenden Problem Baden-Württemberg durchgesetzt. Wir loben deshalb noch heute die württembergische Durchsetzungskraft, gestehen den Bayern aber den Satz zu: „Der Klügere gibt nach!“, so Bürgermeister Fleschhut aus Bad Grönenbach bei seiner Ansprache zum 10-jährigen Jubiläum 1992.

Noch im Oktober 1978 legen 12 Studenten der FH Augsburg Vorschläge für ein Logo vor. Der Siegerentwurf, den man an den Straßen, auf den Prospekten und überall dort sieht, wo für die Schwäbische Bäderstraße geworben wird, soll die Kurmittel der Kneipp- und Moortherapie durch die Farben blau und braun darstellen. Die gemeinsam und überall noch sichtbaren kulturhistorischen Kostbarkeiten sind durch den Zwiebelturm und die voralpinen Hügel, See- und Riedlandschaften durch die Baumkugeln und die schwingenden Wellen symbolisiert.

Im März 1979 wurde eine vom Regionalverband Donau-Iller zusammengestellte Ausstellung über die Entwicklung des Logos zur Schwäbischen Bäderstrasse erstmals in Ottobeuren eröffnet. Der Regionalverband Donau-Iller gab dann Ende Mai 1979 die bis dahin inne gehabte oder besser ausgeübte Geschäftsführung ab. Der Kneipp-Kurort Grönenbach war ausersehen, die Arbeitsgemeinschaft für 3 bis 4 Monate zu führen. Aus diesen 3 bis 4 Monaten sind genau 13 Jahre geworden.
Im August 1979 ist der erste Prospekt mit einer Auflage von 70.000 Stück und Zuschüsse von jeweils 10.000 DM durch das Bayerische und Baden-Württembergische Wirtschaftsministerium fertiggestellt worden.

Ab dem Jahr 1980 begannen die Bemühungen um Zustimmung für die Beschilderung der Schwäbischen Bäderstraße auf bayerischer und baden-württembergischer Seite. Dieses sehr schwierige Unterfangen, überhaupt entsprechende Straßenschilder anbringen zu dürfen und dann noch 2 Bundesländer unter einen Hut zu bringen, konnte zunächst zumindest teilweise erfolgreich abgeschlossen werden. Der damalige bayerische Innenminister Gerold Tandler schrieb: „Unter Zurückstellung gewisser Bedenken wird in den nächsten Tagen der versuchsweisen Ausschilderung zugestimmt“. Ebenso wie in Bayern stimmte auch Baden-Württemberg auf 3 Jahre der Anbringung der Schilder zu. Nach Ende dieses Versuches sollte eine Auswertung vorgenommen werden und eine endgültige Entscheidung über die Beseitigung oder Belassung getroffen werden, die bis heute nicht erfolgt ist. Soviel zum Thema Förderalismus.

Am 28.02.1982 wurde dann im Schwäbischen Bauernhofmuseum Illerbeuren die Schwäbische Bäderstraße mit den Orten Bad Wörishofen, Grönenbach, Ottobeuren, Bad Wurzach, Bad Waldsee, Aulendorf, Bad Schussenried und Bad Buchau offiziell eröffnet und der breiten Öffentlichkeit vorgestellt.
In der Folgezeit betätigte sich die Arbeitsgemeinschaft „Schwäbische Bäderstrasse“ durch Anzeigenwerbungen, mit redaktionellen Beiträgen in verschiedenen Zeitschriften und präsentierte sich auf vielen Tourismusmessen in der ganzen Bundesrepublik. Eine Überschrift im Rheinischen Merkur vom 22.10.1982 ist besonders in Erinnerung: Sie lautete „Kuhnester auf Hochglanz“, wobei der dazugehörige Artikel durchaus sehr positiv geschrieben wurde.

Ein weiterer wichtiger Schritt in der Entwicklung war 1984 die Neugestaltung des Prospektes, der in kurzer Form jeden Ort mit Bild und Text vorstellte und auf der Rückseite eine sehr praktische Straßenkarte enthielt. Die noch heute bestehende Faltkarte wurde immer wieder aktualisiert und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Am 12.10.1990 wurde dann der schon länger gestellte Aufnahmeantrag von Saulgau positiv entschieden und die Schwäbische Bäderstrasse hatte „Thermal-Zuwachs“ bekommen. Sie verlängerte sich damals auf insgesamt 140 Kilometer.

Welche Erwartungen stellen die Verantwortlichen an die Schwäbische Bäderstrasse? Eine Frage die immer wieder neu formuliert werden musste. Ein Grundgedanke war vor vielen Jahren sicherlich, durch damals auch vorhandene schwankende Übernachtungsergebnisse der verschiedenen Kurorte und Heilbäder bessere Auslastungszahlen zu erreichen. Durch Gemeinsamkeit erwartete man mehr Aufmerksamkeit. Der geografische Zusammenhang und die verschiedenen Gesundheitsangebote in den Orten ermöglichten ein breites Spektrum von Kneipp über Moor zu Thermal. Die Mitgliedsorte sind dabei kein Gemischtwarenladen, sondern ein „Spezialitätengeschäft“ für die Gesundheit durch die gemeinsamen landschaftlichen Reize und die vorhandenen touristischen Attraktionen. Auch eine „stammesmäßige Zusammengehörigkeit“ kann nicht geleugnet werden. Da diese Verbindungen nicht an oft zufälligen Landesgrenzen halt machen, darf man sich rühmen, eine nicht alltägliche grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu pflegen.

Die Entwicklung der Schwäbischen Bäderstraße von 1992 bis heute

Nach dem 10-jährigem Jubiläum im Jahr 1992 wechselte die Geschäftstelle der Schwäbischen Bäderstrasse von Bad Grönenbach (damals noch Grönenbach) nach Bad Buchau.
Aufgrund personeller Engpässe gingen von der neuen Geschäftsstelle leider keine nennenswerten Impulse aus. Deshalb setzten die vier oberschwäbischen Moorheilbäder Bad Buchau, Bad Schussenried, Bad Waldsee und Bad Wurzach wieder verstärkt auf ihre Zusammenarbeit im kleineren Rahmen. Zwischenzeitlich wollten sich Aulendorf und Bad Saulgau dieser Werbegemeinschaft anschließen. Die „Arbeitsgemeinschaft Moor“ wurde erweitert in die neue Werbegemeinschaft „Kur-Baroque“. Die Initiative dazu kam aus Bad Wurzach. Im Laufe der Jahre stellte sich heraus, dass Name und Inhalte von „Kur-Baroque“ trotz aller Bemühungen schwer zu vermitteln waren. Es erfolgte eine Rückbesinnung auf die „gute alte“ Schwäbische Bäderstrasse, die sich trotz fehlender Aktivitäten immer noch in den Köpfen von Touristikern wie Gästen gehalten hatte und nach wie vor am Wegesrand und in Landkarten sichtbar war. So verständigten sich im Jahre 2001 die Orte des „Kur-Baroque“ mit den drei bayerischen Heilbädern und Kurorten Bad Grönenbach, Ottobeuren und Bad Wörishofen und erweckten die Schwäbische Bäderstrasse aus ihrem Tiefschlaf. Gleichzeitig wurde die Werbegemeinschaft “Kur-Baroque“ endgültig aufgelöst.

Unter dem Vorsitz von Bürgermeister Georg Beetz (Bad Schussenried) und der Geschäftsführung von Kurgeschäftsführer Walter Gschwind (Bad Waldsee) wurde die Schwäbische Bäderstrasse 2001 reaktiviert.
In dieser Zeit galt es erst einmal, die notwendige Basisarbeit zu erledigen:

  • Festlegung der Arbeitsweise innerhalb der Kooperation
  • Festlegung der erforderlichen Werbemittel: Ausflugskarte + Kraft-Quellen
  • Entwicklung eines neuen Erscheinungsbildes (Gestaltungsrichtlinien)
  • Entwicklung und Erstellung des Internetauftritts
  • Entwicklung und Erstellung von Büromaterial im Rahmen der neu erstellten Gestaltungsrichtlinien (Briefkopf, bedruckte Kuverts, Aufkleber...)
  • Budgetplanung
  • Pressearbeit
  • Ausarbeitung und Durchführung der Anzeigenwerbung
  • Organisation von Messebeteiligungen
  • Kooperationen mit Tourismusverbänden
  • Organisation einer zentralen Kontaktadresse


Im Jahr 2004 beschlossen die Bürgermeister der neun Orte, Überlingen am Bodensee als neues Mitglied aufzunehmen. Mit der Aufnahme des Kneippheilbades wuchs die Straße von bisher 140 auf nunmehr 180 Kilometer Länge an.
Von Kneipp zu Kneipp, hieß einer der Slogans, der mit Überlingen in die Werbegemeinschaft eingebracht wurde. Gleichzeitig bat Ottobeuren seine Mitgliedschaft für einige Jahre ruhen zu lassen, um die kur- und tourismusbezogenen innerörtlichen Strukturänderungen zunächst umzusetzen, um dann erneut über eine aktive Beteiligung zu sprechen.
Die Mitglieder der Schwäbischen Bäderstrasse beschlossen gleichzeitig den Vorsitz jeweils für 3 Jahre festzulegen und damit eine Kontinuität in der Geschäftsführung zwischen den bayerischen und den baden-württembergischen Mitgliedern zu erhalten.
So wechselte im Jahr 2005 die Geschäftsführung in das Kneippheilbad Bad Wörishofen.
Unter Vorsitz von Bürgermeister Klaus Holetschek und Kurdirektor Alexander von Hohenegg als Geschäftsführer wurde eine weitere effiziente Arbeit und Fortentwicklung des Bekanntheitsgrades der Schwäbischen Bäderstrasse als Produkt vereinbart. Mit einer professionellen Vermarktungsstrategie und einem ausgewogenen Marketingkonzept startet die Schwäbische Bäderstrasse in eine neue erfolgsorientierte Zukunft.

  • Neuer Webauftritt ab 01.12.2005
  • Beauftragung eines professionellem Call-Centers für Information und Vertrieb
  • Beauftragung eines regelmäßigen Pressedienstes mit angeschlossenem Ausschnittsdienst und Jahresanalyse
  • Erstellung einer erstmals gemeinsamen Pauschale „Kraft-Tanken“


Im März 2008 wechselte die Geschäftsführung turnusmäßig wieder ins Württembergische, nach Bad Wurzach. Unter dem Vorsitz von Bürgermeister Roland Bürkle und der Leiterin der Kurverwaltung, Petra Misch, wurden die gemeinsamen Marketingaktivitäten fortgesetzt werden. Vom 01. Juli 2008 bis 31. Dezember 2010 kam Füssen vorrübergehend als ein weiterer Partner dazu.
In der Amtszeit von Bad Wurzach von 2008 bis März 2011 wurden weitere Projekte auf den Weg gebracht:

  • Bäderradweg mit Geo-Referenzierung und Internetdarstellung
  • Neukonzeption der gemeinsamen Broschüre "Kraftquellen"
  • Neukonzeption der gemeinsamen Straßenkarte
  • kompletter neuer Internetauftritt
  • Teilnahme an der Jubiläumsveranstaltung "Automobilsommer 2011"

 In der Amtszeit von Bad Saulgau von 2011 bis Dezember 2013 wurden weitere Projekte auf den Weg gebracht:

  • Neukonzeption der gemeinsamen Broschüre "Kraftquellen"
  • kompletter neuer Internetauftritt

Seit Januar 2014 hält Überlingen die Geschäftsführung der Schwäbischen Bäderstraße. Aktuelle Projekte sind:

  • Ausarbeitung des Internetauftritts und Newsletter
  • Beschilderung des Bäderradwegs
  • Umsetzung der Plattform "Outdooractive" für den Bäderradweg
  • Entwicklung der Broschüre "Schwäbischer Bäderradweg"