Das Team der Schwäbischen Bäderstraße 2014

40 Jahre Schwäbische Bäderstraße

Die Erfolgsgeschichte der Gesundheits- und Wellness-Route durch den Süden Deutschlands

Eine alte Weisheit unterstellt den Schwaben, dass sie mit Erreichen des vierzigsten Lebensjahres „gscheit“ werden. Klug und vorausschauend waren die Schwaben in der Tat, als sie vor vierzig Jahren das touristische Erfolgskonzept „Schwäbische Bäderstraße“ ins Leben gerufen haben. Aus einer lose verbundenen Interessengemeinschaft gegen Fluglärm im Bereich von Heilbädern und Kurorten in der Grenzregion zwischen Baden-Württemberg und Bayern, Anfang der 70er Jahre, entstand eine touristische Zusammenarbeit, die 1978 in der Planung eines ersten, gemeinsamen Werbeprospektes gipfelte. Der Prospekt erschien im August 1979 in einer Auflage von 70.000 Stück. Er wurde sowohl vom bayerischen als auch vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium mit jeweils 10.000 Mark bezuschusst.

Oberschwaben – Grenzregion zwischen Bodensee, Schwäbischer Alb und Allgäu

Wer die oft humorvollen, manchmal aber auch bissigen Animositäten zwischen Badenern, Württembergern und Bayern nicht kennt, kann die Entstehungsgeschichte der Schwäbischen Bäderstraße nur schwer würdigen. Eine Anekdote erzählt vom langwierigen Prozess, ein gemeinsames Symbol zu finden. Für eine einheitliche Beschilderung der Bäderstraße mussten Motiv und Farbgebung zwei Landesregierungen gefallen. Einige Jahre zogen darüber ins Feld – und noch heute wird die „württembergische Durchsetzungskraft“ von bayerischer Seite mit dem Satz „Der Klügere gibt nach“ gekontert. Erst ab 1980 wurden die Schilder – mit dem typischen, zwiebelförmigen, barocken Kirchturmdach in Braun und einer Welle in Blau – genehmigt und angebracht. Bayern und Baden-Württemberg einigten sich auf einen auf drei Jahre angelegten Versuch. Am Ende sollte es eine Auswertung und die endgültige Entscheidung geben. Die Schilder führen bis heute zahlreiche Urlauber durch die Region und sind vom Straßenbild nicht mehr wegzudenken.

"Kuhnester auf Hochglanz“

Die treibenden Kräfte der Zusammenarbeit waren der Regionalverband Donau-Iller, die bayerischen Kneippkurorte Ottobeuren, Bad Grönenbach und Bad Wörishofen sowie, auf baden-württembergischer Seite, die Orte Bad Wurzach, Bad Waldsee, Aulendorf, Bad Schussenried und Bad Buchau. Die acht Städte traten am 28. Februar 1982 gemeinsam vor die Presse und stellten ihr gemeinsames Konzept der „Schwäbischen Bäderstraße“ vor. Der rheinische Merkur titelte damals: „Kuhnester auf Hochglanz“, wobei der dazugehörige Bericht sehr positiv geschrieben war.

Gemeinsam stark

In den 80er Jahren wurde die Schwäbische Bäderstraße zu einem erfolgreichen Vermarktungsinstrument. Die Stärken im Kur- und Bädertourismus, die landschaftlichen Reize der Region und die touristischen Sehenswürdigkeiten wurden gemeinschaftlich beworben. Interimsmäßig übernahm der Kneipp-Kurort Bad Grönenbach die Geschäftsführung. Aus den geplanten drei bis vier Monaten wurden 13 Jahre. Heute wird der Vorsitz in einem Turnus von drei Jahren unter den Mitgliedern weitergereicht. Aktuell lenkt eine Doppelspitze aus Bad Schussenried und Bad Buchau die Geschicke der Schwäbischen Bäderstraße. Alle Gründungsmitglieder – mit Ausnahme von Ottobeuren, das im Moment pausiert – sind weiterhin in der Vereinigung aktiv.


Innovativ und gut aufgestellt in die Zukunft

Die Schwäbische Bäderstraße wuchs weiter: 1990 wurde über den Aufnahmeantrag von Bad Saulgau positiv entschieden und 2004 kam Überlingen als Neumitglied hinzu. Heute erstreckt sich die Schwäbische Bäderstraße auf stolzen 180 Kilometern, vorbei an sieben Thermalbädern, vier Kneippheilbädern und drei Moorbädern. Seit 2009 erschließt der 250 Kilometer lange Bäderradweg die Region für Aktivurlauber. Bestehende und neu erschlossene Strukturen machen die Region für Wohnmobilreisende interessant. Neue Broschüren, das Magazin „Kraft-Quellen“ und die 1984 entworfene, bis heute immer wieder aktualisierte Faltkarte mit Streckenverlauf und Kurzportraits der neun Heilbäder und Kurorte präsentieren die Schwäbische Bäderstraße als innovative Tourismusroute die gut aufgestellt in die Zukunft blicken kann.